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Erinnerungen an ein Karaketta-Rennen

Erinnerungen an ein Karaketta-Rennen

Manuel Schenkluhn

 

Wir schreiben den 2. Prago to Ansoor 14.598 da Ark. Endlich Ferien und in zwei Pragos geht es nach Hause. Während ich mich auf ein "inoffizielles" Raumrennen vorbereite, erinnere ich mich an mein erstes Rennen auf der Akademie 14.595 da Ark, genauer gesagt an den Dryhan 1 to 14.595 da Ark. Ich erinnere mich wohl deshalb daran, weil das, was dann in den nächsten Pragos kam, entfernt mit den Raumrennen zu tun hatte, an denen ich jetzt teilnehme. Und, natürlich wegen Auris…

Aber, wie war es damals…

 

 

 

 

…1. Prago to Dryhan 14.595 da Ark zur 6. Tonta

Vor einigen Pragos hatte ich eine persönliche Einladung von Auris erhalten. Danach sollte ich mich heute zur 6. Tonta am Privatraumhafen von Varynkor-Etset einfinden, genauer gesagt beim Privatraumer "GOS'LAHKROS". Wie empfohlen, hatte ich Reisegepäck für zwei Pragos dabei. Obwohl ich einige Palbertontas vor dem Termin erschien, warteten gut 50 Personen vor dem Schiff. Ich erkannte Thos'athor aller drei Ausbildungsstufen, denen ich schon auf der Akademie begegnet war. Pünktlich zur angegebenen Zeit fuhr eine Rampe aus, die älteren Thos'athor durften das Schiff betreten. Zurück blieben, mit mir, noch weitere sechs Personen, alle im unteren Rang eines Ma'chor. Es dauerte etwas, bis ein Schiffsbediensteter herauskam und uns einließ. Nach Bekanntgabe des Einlass-Kennworts "Auris" konnte ich endlich das Schiff betreten und kurz bevor ich den Hangar in Richtung Schiffsinnere verließ, sah ich noch, wie ein Gleiter auf das Schiff zuraste.

Nach Zuweisung meines Quartiers machte ich es mir in meiner Einzelkabine gemütlich und trank etwas aus der vorhandenen Bar, auf deren Annehmlichkeiten ich seit der Ankunft auf der Akademie verzichten musste.

Nach einer Weile verspürte ich leichten Hunger, ließ mich von den vorhandenen Orientierungshinweisen zum Casino 3 führen. Dort sah ich mich um und erkannte zwei Personen, die ich bereits auf der Akademie und auch vor dem Schiff gesehen hatte. Der eine war ein Zaliti, der andere ein Mehandor. Sie traten auf mich zu und setzen sich zu mir – beide saßen mir nun gegenüber.

Der Zaliti begrüsste mich freundlich und leutselig, stellte sich als Ariol nert Gondorod vor, was ich aber geflissentlich überhörte. Man sollte mal diese arroganten Zalitii-Angeber auf ihren angestammten Platz verweisen! Zalitii waren und sind Bras'cooi – sie sollten deshalb allen Arkii untertan sein, was man ihnen auch einbleuen sollte. Stattdessen wird aus ihren Reihen der Vize-Imperator bestimmt – welch eine Unverschämtheit!. Dann erhob der Mehandor seine Stimme, sprach mich mit einem ganz und gar unverschämten "Du" an und sagt, sein Name wäre Etzor pas Helwan. Ich musste Contenance bewahren, um ihn nicht ob dieser Beleidigung zum Duell zu fordern. Aber andererseits, so sind sie, die Mehandor

Ich wollte gerade aufstehen und mich woanders hinsetzten, als einer der Bediensteten kam und uns nach unseren Essenswünschen fragte. Ich blieb sitzen und bestellte mir als letzer ein vegetarisches Gericht. Wortlos aß ich mein Essen, hörte dem Zaliti und Mehandor zwangsweise bei ihrem Gespräch zu. Nach einiger Zeit erschien Auris im Casino und sprach mit dem Bediensteten von eben.

In all den Votanii hatte sich nichts geändert: noch immer wurden meine Augen feucht, und mein Herz schlug schneller, wenn SIE in der Nähe war: Auris. Sie hatte nichts von ihrem Flair für mich verloren, eher das Gegenteil. Ich musste gestehen, dass mich Ihre Nähe noch verschwiegener machte als ich sowieso schon war. Er geleitete sie zu unserem Tisch und wir begrüßten sie standesgemäß.

Sie erzählte, dass die Einladung ursprünglich von ihrem Cousin Kerkalon on'len Loksomh stammte und er ihr überließ, wer daran teilnehmen wollte. Sie hatte sich mit Tranthar und Kerasor beraten, wer von den neuen Thos'athor dafür noch in Frage käme und so wurde sie auf uns aufmerksam. Wohin die Reise gehe, wisse sie allerdings auch nicht. Sie saß noch eine Weile an unserem Tisch und sprach mit den anderen beiden, verließ dann unseren Tisch und begab sich an den nächsten, wo  weitere Neuankömmlinge Platz genommen hatten. Mein Essen schmeckte mir trotz der unliebsamen Tischgenossen und ich entschied spontan, mich etwas körperlich zu ertüchtigen. Nach kurzem Überlegen fiel meine Entscheidung auf das Extrem-Free-Climbing. Beim Aufstehen zuckte ich ungewollt mit meinen Kopf, was die beiden als Abschiedsgruß werteten und grüßten freundlich zurück. Schnell drehte ich mich um und ein leises "Pack" entfuhr meinen Lippen.

Hatte das Free-Climbing nicht ganz geschafft. Die Felswand, die ich mir ausgesucht hatte, war doch eine Schwierigkeitsstufe zu hoch. Aber viel fehlte nicht mehr und der Abstieg verlief normal. Daraufhin ging ich ins Fitnesscenter und stellte fest, dass dort dieser Zaliti Ariol trainierte. Als er mich sah, forderte er mich sofort zu einem Dagor-Übungskampf über fünf Runden heraus. Natürlich nahm ich an. Der Ehre wegen und weil dem Zaliti gezeigt werden musste, dass ein Arki in jeder Lage einem wie ihn seine Grenzen aufzeigen kann. Doch die ersten beiden Runden gingen an diesen Ariol, da ich seine Angriffe irgendwie nicht richtig abblocken konnte, was mich bestürzte. Ich konnte es kaum fassen und sagte mir: 'Leg dich ins Zeug'. So konnte ich die nächsten drei Punkte für mich entscheiden. Doch der Zaliti ließ nicht locker und er schaffte es, meinen Stand auszuhebeln. Ich stürzte, was nach den Dagor-Regeln mit zwei Punkten gewertet wurde. Somit stand es 4:3. Mit meinem nächsten Angriff erzielte ich den nächsten Punkt, aber heute standen die Sterne schlecht für mich und die She'huhanii waren mir nicht wohlgesonnen. Der Zaliti erzielte den letzten entscheidenden Punkt – Endstand: 5:4 für diesen Gondorod! Welch eine Schande, besiegt von einem Shalluc. Ich hatte genug und zog mich in meine Kabine zurück.

Kurz vor der Landung erfuhren wir, dass unser Ziel der Planet Birriak war, eine gut 10.000 Quars durchmessende Wüstenwelt mit einigen Binnenmeeren; mit 0,8 Gravos war sie leichter als die Standardgravitation Arkons und verhieß: eine Welt für Abenteuerlustige.

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Start ins Ungewisse (Eyilon 14.595 d. A.)

Start ins Ungewisse

 

Tartor 5 to 14.594 da Ark

Endlich habe ich meinen Vater überzeugen können, dass Varynkor mir mehr zu bieten hat als die Offiziersausbildung bei unserer Heimatflotte. Varynkor ist neu, hat die neuesten Ausbildungsmöglichkeiten und selbst der Imperator hat der Akademie seinen Segen gegeben, fähige Ausbilder leiten Varynkor. Varynkor steht als Fanal gegen die zunehmende Dekadenz, die man allenthalben spürt. In drei Berlenprags muss ich mich bei der Akademie-Registratur auf Varynkor melden. Varynkor, ich komme!

 

* * *

3 to Katani da Capit to 14.594 da Ark

  Morgen startet das Schiff, das mich nach Varynkor bringt. Heute Abend noch eine kleine Feier mit Freunden vor dem langen Abschied, bevor mich der rauhe Ausbildungsalltag erwartet. Hohe Orbtans und Freunde der Familie haben mich in diverse Dinge der Offiziersausbildung in den letzten Tagen unterwiesen.

* * *

4 to Katani da Capit to 14.594 da Ark

  "Bzzz bzzz bzzz". So langsam werde ich wach, mir ist warm und beengt. Ich richte mich etwas auf und ich weiss jetzt auch, warum. Zwei hüllenlose Schönheiten liegen links und rechts von mir, und ich liege ebenfalls nackt im Bett, so wie Arkons Götter mich erschaffen haben. "Bzzz bzzz bzzz". Verdammte Zimmerpositronik. "Aus" murmel ich. War das meine Stimme? Sie hörte sich so fremd und rauh an. Es muss doch gestern auf der Abschiedsfeier mehr Alkohol geflossen sein als ich wollte.

  Mein Blick gleitet von den Rundungen der nackten Schönheiten und bleibt beim Zeitgeber hängen. Bei Arkons Göttern: In 50 Zehnteltontas habe ich noch ein letztes gemeinsames Frühstück mit meinen Vater Utral und meiner Schwester Chamah'ney!

  Ich stubse die beiden mir unbekannten Frauen, die sich aus dem Schlaf quälen, teile ich Ihnen mit, dass es Zeit zum Gehen ist; robbe nach vorne aus dem Bett. Nach 5 Zehnteltontas sind die Frauen noch immer nicht voll ansprechbar. Da greife ich zum letzten Mittel und verabreiche jeder ein Stimulum mit der Injektionspistole. Das wirkt. Zu meiner Verwunderung ziehen sich die Frauen ohne zu Murren an und verlassen mein Zimmer. Ich habe Sie noch kurz belehrt, wie Sie ohne Geräusch und Gefahr erkannt zu werden, zum Gleiterstand unseres Khasurns kommen; wieder ein Problem weniger. 25 Zehnteltontas noch bis zum Frühstück. Schnell unter die Dusche, anziehen und dann zum Treffen.

* * *

  Zum Glück komme ich pünktlich zum Frühstück, mein Vater und meine Schwester sind bereits anwesend.

  "Guten Morgen" sage ich und setze mich auch an die Tafel. Da mein Vater bereits isst, nickt er mir nur zu. Chamah'ney trinkt nur Tee, sieht mich über den Rand Ihrer Tasse mit einem undefinierbaren Blick an und meint: "Und, Charrut, gut geschlafen?". Die Betonung des Wortes "gut" veranlasst mich, einen kurzen Blick auf das Gesicht meines Vaters zu werfen. Täuschte ich mich oder zuckte da seine Wangenmuskulatur? Haben beide etwas von den Frauen bemerkt? Ich hoffe nicht. Darum entgegne ich Ihre Frage mit einem nichtssagendem "Danke, wie immer" und schenke mir auch Tee ein.

  Das Frühstück verläuft relativ gesprächslos und ruhig. Nach dem Frühstück verabschiedet sich Chamah'ney schnell, nur eine kurze Umarmung von Ihr.

  "Komm, Charrut" sagt mein Vater und ich folge ihm hinaus in den Park. "Du solltest in Zukunft vorsichtiger sein. Dass ein Mann von Zeit zu Zeit weibliche Gesellschaft braucht, ist normal. Aber Du kennst Deine Schwester. Eure Beziehung ist sowieso angespannt und wenn ein öffentlicher Gleiter so früh von unserem Khasurn startet, fällt es auf".

  Er deutet auf eine Bank unter einem schattenspendenden Baum und sagt "Setzen wir uns.".

  Nebeneinander sitzend warte ich gespannt darauf, was er mir zu erzählen hat. Nach ungefähr 2 Zehnteltontas atmet er einmal tief durch, dreht sich mir zu und sagt: "Ich habe Deinen Wunsch entsprochen, Dir den Besuch der Faehrl von Varynkor zu genehmigen. Es ist mir nicht leicht gefallen, da Du jetzt der einzige männliche Nachkomme der del Harkon bist."

  Damit erinnerte er mich an meinen vor 4 Tai-Votanii verstorbenen Bruder und mein alter Schmerz kam wieder hoch. "Aber andererseits muss man auch loslassen können, und Du musst lernen, mit Deinen Entscheidungen, die Du in Zukunft treffen wirst, zu leben." Mit den letzten Worten zog er aus seiner Hosentasche ein Kreditchip heraus, hält ihn vor meinem Gesicht und meint: "Und damit fängt es an: Keine Unterstützung mehr seitens der Familie, um Deine Eskapaden finanziell zu bereinigen. Du hast ein Anfangsguthaben und bekommst monatlich einen Unterhalt. Und bei jeder bestandenen Prüfung oder Beförderung wird der Unterhalt erhöht, mehr aber auch nicht!". Damit drückt er mir den Kreditchip in die Hand und meint: "Pass auf, wen Du als 'Freund' betrachtest und Dein Vertrauen schenkst.". Damit dreht er sich wieder zurück und sagt: "Lass uns noch eine Weile gemeinsam die Landschaft und die frische Luft geniessen, denn dazu wirst Du in den nächsten Tai-Votanii Deiner Ausbildung kaum noch Zeit finden."

  Zurück aus dem Park, packe ich meine letzten Sachen, noch 2 Tontas bis der zum Abflug. Schnell noch die letzten Dinge zurecht legen, die Zimmerpositronik umprogrammieren, einige Memos für Freunde hinterlegen und dann einen Gleiter reservieren, der mich zum zentralen Raumhafen bringt.

  Am Raumhafen angekommen, hoffte ich, meinen Vater oder meine Schwester zum Abschied noch zu sehen, aber keiner von beiden ist anwesend. Toller Abschied.

  Eine Durchsage informiert, dass der Flug nach Varynkor jetzt zum Einchecken freigegeben ist. Ich nehme meine Sachen und begebe mich zur Abfertigung…

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Aufbruch

  Aufbruch
  
 
 Feine Nebelschleier zogen sich durch die stille, dunkle Parklandschaft. Kein Laut der Vögel, die als erste jeden neuen Tag begrüßen und den Park zuhauf bevölkern, war zu hören. Ab und zu brummte ein verirrter Laslar-Käfer von Baum zu Baum, auf der Suche nach einem geeigneten Versteck, um den Tag zu verschlafen.
 Am Horizont schimmerte der erste helle Schein, der den neuen Tag ankündigte. Geräuschlos öffnete sich eine Tür, Licht erhellte einen dunklen Platz. Ein Mann kam heraus und ging geradewegs zum Rand des Gleiterlandeplatzes. Hinter ihm schloß sich die Tür wieder lautlos. Das Licht erlosch und nur die Positionslichter der Landefläche glommen durch das Morgengrauen. Er ging langsam und bedachten Schrittes zur Einflugschneise der Gleiter und nestelte kurz an seinem Gürtel umher. Er stellte sich exakt an die Kante, wo es fast 200 Meter steil hinab ging. Der Boden war nicht zu sehen, leichte Nebelschwaden und ein Stück der schwarzen Nacht verschluckten jedes Licht, daß in die Tiefe fiel. Die Beine zusammen gestellt, den Körper gestreckt, hob er langsam die Arme, als ob er den neuen Tag begrüßen wollte und kippte langsam kopfüber nach vorne weg!
 Der Schein am Horizont wurde stärker und erhellte den fallenden Kolonial-Arkoniden für einen Augenblick, bevor ihn die Nebelschwaden verschluckten. Kein Laut drang über die Lippen des Mannes, der diesen Fall anscheinend genoß. Die 200 Meter hinab fallend, noch wenige Sekunden, dann würde er aufschlagen! Aber der Sturz, mit Kopf und ausgestreckten Armen voran, wandelte sich in eine flache Kurve und mit der erreichten Fallgeschwindigkeit raste er wie ein übernatürliches Wesen, gerade noch drei Meter über den Erdboden hinweg, einem Weg durch den Park folgend. Der Trichterbau verschwand hinter den Laubkronen der Bäume, als der Tamanari zur Landung ansetzte. Sein Körper drehte sich um 90 Grad, die Fluggeschwindigkeit reduzierte sich. Die Füße berührten den Boden und er begann zu laufen. In diesem Augenblick erwachten die Morgenvögel, begannen zaghaft das erste Zwitscher-Konzert des Tages und langsam stimmten weitere Vögel mit ein.
  Das oberste Rund der Sonne Tam schob sich über den Horizont und leuchtete auf den Weg und die Wiesen herab. Gleichmäßig in einem bestimmten Rhythmus atmend, folgte der Tamanari diesen Weg, zurück zum Trichterbau, wo an diesem Morgen alles seinen Anfang nahm. Zwei Drittel des Weges schon hinter sich, begrüßten ihn die Kusus, kleine gesellige Vögel in buntem Gefieder, mit einem Pfeifkonzert. Lächelnd verlangsamte der Läufer seine Schritte, um ihnen für einen Moment zu lauschen, als er vor sich das Klatschen zweier Hände hörte.
 "Respekt, mein Junge, Respekt! Das war eine gelungene Vorstellung!" tönte es hinter einer dichten Hecke hervor.
 Noch ein paar Schritte und der Sprecher wurde sichtbar!
 "Guten Morgen, Pacheopalan!" wurde der ältere, etwas seltsam aussehende Mann überrascht angesprochen. "Was treibt Dich so früh am Morgen hier in die Einsamkeit hinaus?"
 "Tja, Kerasor" erwiderte der Alte, "Du wirst es mir nicht glauben, aber ich genieße den Sonnenaufgang und das morgendliche Konzert der Kusus! Außerdem klärt die frische Morgenluft die Gedanken, die Stille schärft die Sinne und die Eskapaden gewisser jungen Männer lassen einen schon mal das Herz schneller schlagen."
 "Hm" kommentierte Kerasor Pacheopalans Worte, "ausnahmsweise nehme ich Dir das ab. Aber was ist der wirkliche Grund, warum Du gerade hier auf mich gewartet hast? Gibt es wieder Ärger?"
 "Leider ja – und besonders Großen!" entgegnete Pacheopalan, Kerasors alter Lehrmeister, und legte einen Arm um die Schultern Kerasors. Langsam schritten sie aus, sich dem Gebäude nähernd. Die Morgensonne schien ihnen in die Gesichter, ein erster Gleiter landete auf dem Trichterbau.
 "Heute Nacht haben wir ein Terroristennest ausgehoben – alles keine Tamanarii, sondern bezahlte Killer! Leider konnte einer entkommen. Er verschwand ohne eine Spur zu hinterlassen. Von den Gefangenen konnten wir erfahren, daß Attentate auf die regierende Familie vorbereitet wurden. Diesmal sollte es auch entfernte Verwandte und Querons Kinder treffen! Deswegen bin ich hier! Wir haben die Vorstufe zum Ausnahmezustand und hoffen, den Attentäter wieder aufzuspüren! Diesmal sind Deine Geschwister und Du das Ziel! Deshalb bitte ich Dich, achte heute besonders auf Deine Umgebung!"
 "Ich werde deinen Rat beherzigen", gab Kerasor zurück. Beide blieben unter einer weit ausladenden Hachal stehen.
  "Dann, mein Junge, wünsche ich Dir viel Glück und Erfolg und hoffe, Dich gesund wiedersehen zu können! Hier habe ich einen Holowürfel, der für Antor von Kolamir bestimmt ist!"
 Pacheopalans zog ein handgroßes würfelförmiges Etwas aus einer seiner Taschen im Gewand, gab ihm den Holowürfel, umarmte den jungen Tamanarer und verließ den Weg entgegensetzt zum Trichterhaus, ohne näheres zu dem Holowürfel zu sagen. Kerasor starrte ihm noch eine Weile nach und nahm mit einem feuchten Schimmer in den Augen seinen Lauf wieder auf! Der Frühstücks-Saal erwartete ihn!
 
*
 
 Immer lauter hallte das Echo eines schnell laufenden Menschen durch den mäßig beleuchteten Gang. Vergebens suchte man nach dem Verursacher. Erst im letzten Moment erschien eine Gestalt am anderen Gangende, ein Paket unter dem Arm geklemmt. Sie kam näher und huschte schnell durch eine sich selbsttätig öffnende Türe. Draußen, auf dem Fahrzeugparkgelände wurde der Mann von zwei anderen Menschen erwartet.